Schiedsrichter sein, egal in welcher Sportart, ist kein leichtes Los. Man steht zwangsweise zwischen den Fronten, der beste Ausgang, den man nach einem Spiel erwarten kann, ist der, dass keiner etwas auszusetzen hat. Doch die Hemmschwelle, besonders im Fußball, auf den Schiri loszugehen, ist in den letzten Jahren immer niedriger geworden. So kommt es immer häufiger vor, dass nicht nur eine Mannschaft, sondern auch der Schiedsrichter als Verlierer den Platz verlässt.
Diese Problematik beginnt bereits in der Jugend auf dem Kleinfeld, wo übermotivierte Eltern ihre Kinder vorantreiben, und wenn es eben mal nicht läuft, dann ist meist der Schiedsrichter das einfachste Opfer von verbalen Attacken. In diesem Bereich sind die Schiedsrichter oft ungeprüfte Sportkameraden (Betreuer oder Spieler aus höheren Jugendmannschaften). Oder aber die Schiedsrichter sind SR-Neulinge, die eben, wie die Fußballer selbst, klein anfangen. Viele der jungen Schiedsrichter beenden ihre Tätigkeit nach nur wenigen Jahren wieder, die meisten nicht etwa aus Zeitgründen, sondern weil ihnen durch ständige und unsachliche Kritik von Zuschauern, Spielern und Betreuern die Lust genommen wird.
Verein zahlen lieber Strafen, als Schiris zu stellen
Den Vereinen scheint das meist aber nichts auszumachen bzw. sie scheinen das Problem, das auf sie zukommt, nicht so recht zu erkennen. Daran ändern auch Strafen nichts, die gut 70% aller Vereine im Landkreis alljährlich bezahlen, da man nicht die Mindestanzahl an Schiedsrichtern in Bezug zu angemeldeten Mannschften stellen kann. Und das ist kein Kleinbetrag, der hier jedes Jahr an den BFV geht, er bewegt sich bei regelmäßigen Zahlern bereits im vierstelligen Bereich.
Vieles, was den schlechten Ruf der Schiedsrichter ausmacht, kommt aber von außen. Fragt man bei aktiven Kameraden nach (ob jung oder alt) so bekommt man meist positives zu hören. Es herscht untereinander eine allgemein gute Kameradschaft und die Schiedsrichter fahren auch mit Spaß zu den Spielen. Besonders die Erfahrungen in Gespannen, wo besonders junge Kameraden bei erfahrenen Schiedsrichtern als Assistenten eingesetzt werden, prägen den Nachwuchs. Doch damit auch weiterhin junge Sportler solche Erfahrung machen können, sind die Vereine selbst gefragt. Sie sind es, die den Nachwuchs in ihren eigenen Reihen suchen und motivieren müssen, sich für die Schiedsrichterei zu interessieren und sich für die Neulingskurse anzumelden. Denn oft wird immer wieder vergessen, dass fast alle Schiedsrichter früher auch mal Spieler waren (oder auch noch sind), und von den Vereinen selbst kommen.
Die SRG Freising veranstaltet deshalb auch dieses Jahr wieder einen Neulingskurs. Dieser findet, beginnend am 08. März 2012, drei Wochen lang im Portofino in Freising statt. Anmeldungen sind auf der Homepage der Schiedsrichtergruppe unter www.srg-freising.de oder direkt bei Lehrwart Ludwig Zistl (l.zistl@srg-freising.de) oder Obmann Benjamin Heigl (b.heigl@srg-freising.de) möglich. Diese beiden stehen natürlich auch bei allen Fragen zu Verfügung. Man wünscht sich hier rege Beteiligung, um den Spielbetrieb bis hinunter in den Juniorenbereich auch weiterhin mit geprüften Schiedsrichtern besetzen zu können.














