Von Christian Amberg
Als Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Drittliga-Spiel seines VfL bei der SpVgg Unterhaching (2:0) zu einer Lobeshymne auf die unterlegenen Gastgeber ansetzte, schaute SpVgg-Teamchef Manuel Baum erst etwas verdutzt. Als Wollitz’ wohlwollende Ausführungen zum Gegner länger wurden als sein Statement zum Spiel, huschte ein Lächeln über Baums Gesicht. Das Lob tat gut. Denn in Unterhaching hat die Stimmung nach vier Niederlagen zum Start ins Jahr gelitten.
Hörbarer Unmut auf der Tribüne, Pfiffe von den eigenen Fans, Beschimpfungen - das gab es im Sportpark lange nicht. „Die Erwartungshaltung ist halt gestiegen“, sagte Mannschaft-Kapitän Stephan Thee nach der dritten Heimpleite des Jahres, „aber die haben wir uns erarbeitet, also müssen wir damit umgehen. Wenn wir uns langsam nach oben gearbeitet hätten, würden uns die Fans feiern. Jetzt reagieren sie eben so.“ Der verletzte Torhüter Stefan Riederer erinnerte: „Dass da eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz steht, die momentan einen schlechten Lauf hat, sehen einige nicht mehr.“
Wollitz lobt Hachings "modernen Fußball"
Auch der neue Haching-Fan Wollitz fand: „Die Unterhachinger Mannschaft hat nach wie vor Qualität und spielt wirklich modernen Fußball. Ich habe diese Reaktion von außen nicht verstanden.“
Baum lächelte weiter und gab dann wie üblich den nachsichtigen und geduldigen Trainer seiner Bubi-Truppe. „Wir haben eine Mannschaft, die aus Fehlern lernen muss, und wir können auf das Erreichte immer noch stolz sein.“ Eine, zwei, oder auch vier Niederlage können das Gesamtwerk der neuen SpVgg nicht ins Wanken bringen: „Unser Weg wird weiter so Bestand haben.“




© broVor dem Anstoß des Drittligaspiels hatten Hachinger Nachwuchstalente beim Einlaufen ihren Auftritt.



















