SE Freising - Michael Schütz Georg Appel "Spielen jetzt um den Aufstieg mit"

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    • 17.01.13
    • SE Freising
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Interview mit Schütz und Appel

SEF greift an: "Spielen jetzt um den Aufstieg mit"

SE Freising - Doppelinterview: Im Gespräch mit Tagblatt-Mitarbeiter Matthias Spanrad blicken Trainer Michael Schütz und Fußballchef Georg Appel daher nicht nur auf eines der erfolgreichsten Jahre der jüngeren Klubhistorie zurück.

Entspannte Mienen, zufriedenes Lächeln: Für Trainer Michael Schütz (l.) und Spartenleiter Georg Appel hätte das Fußballjahr 2012 kaum besser laufen können. Jetzt wandert der Blick sogar in Richtung Bayernliga. Foto: Matthias Spanrad

Entspannte Mienen, zufriedenes Lächeln: Für Trainer Michael Schütz (l.) und Spartenleiter Georg Appel hätte das Fußballjahr 2012 kaum besser laufen können. Jetzt wandert der Blick sogar in Richtung Bayernliga. Foto: Matthias Spanrad

Das Jahr 2012 hat den Verantwortlichen des SE Freising durchaus gemundet. Kein Grund aber, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn der Trainingsauftakt nach der Winterpause steht schon vor der Tür. Im Interview blicken Trainer Michael Schütz und Fußballchef Georg Appel daher nicht nur auf eines der erfolgreichsten Jahre der jüngeren Klubhistorie zurück, sondern sprechen auch über die Transferpolitik des SEF und den möglichen Aufstieg in die Bayernliga.

Letzter Meister in der Bezirksoberliga, Aufstieg, jetzt wieder Platz zwei. Reiben Sie sich da nicht manchmal die Augen?

Schütz: Gut, der Georg kennt den Verein schon etwas länger. Ich denke aber, dass wir einfach unwahrscheinlich gut gearbeitet haben. Die Truppe ist herangewachsen.

Appel: Ich denke auch, dass das Entscheidende war, dass sich unser Kader nicht verändert hat. Im vergangenen Jahr hatten wir die Chance auf den Aufstieg, und die haben die Spieler genutzt.

Würden Sie, Herr Appel, das Jahr 2012 damit als das erfolgreichste in der Klubgeschichte bezeichnen?

Appel: In der alten Landesliga wurden wir mal Dritter mit einem Punkt Rückstand, das war eventuell noch erfolgreicher. Das war ja damals die fünfte Liga. Es gab noch keine 3. Liga, nicht die zweigeteilte Bayernliga. Auf alle Fälle ordne ich das Jahr als gelungen ein. Wir wurden Meister und sind nun wieder oben dabei.

Was war entscheidend dafür, dass 2012 das Jahr des SEF wurde?

Schütz: Entscheidend ist weiterhin, dass es mir gelingt, die Stimmung und die Spannung in der Mannschaft hochzuhalten, auch im Training. Ich setze die Spieler verschiedenen Stresssituationen aus, so entwickeln sich Automatismen. Die Spieler lernen, immer 100 Prozent zu Werke zu gehen. Das gelingt freilich nicht immer, ein Fußballer an sich ist ja eine faule Sau. Meist können sich die Jungs aber motivieren. Entscheidend war sicher auch, dass wir Niederlagen gut wegstecken konnten.

Momentan knüpft die Mannschaft nahtlos an die Leistungen der vergangenen Saison an. Haben Sie damit gerechnet?

Schütz:  Nein, in  keiner  Weise. Nach den beiden Auftaktniederlagen hab’ ich sogar gesagt, dass wir heuer viel Lehrgeld bezahlen werden. Auch, weil einige Spieler anfangs gefehlt haben. Dass die Mannschaft dann so super angreift, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Appel: Da muss ich zwei Dinge dazu sagen. Zunächst wurde ich nicht unruhig nach den beiden Niederlagen. Es gibt eben Spiele, die blöd verlaufen – und so eines war das 2:3 in Holzkirchen. Zudem war es vor der Saison eh schwer, eine Einschätzung zu treffen, weil acht niederbayerische Teams dazugekommen sind. Die hatte ich eigentlich deutlich stärker erwartet.

Vor der Saison wurde viel über diese neue Ligenstruktur diskutiert. Wie fällt die Zwischenbilanz beim SEF aus?

Schütz: Für uns ist doch egal, gegen wen wir spielen. Eher muss sich doch die Frage stellen, ob es für den Zuschauer besser geworden ist.

Appel: An und für sich war die Einteilung schon richtig. Interessant ist, dass es jetzt eine Bayernliga Süd gibt, die für Vereine wie den SEF erreichbar geworden ist, allein von den Fahrten her. Das ist eine Liga, die für uns durchaus erstrebenswert sein muss.

Stellt sich die Frage, wie es nach der Winterpause weitergehen soll. Offiziell war ein einstelliger Tabellenplatz das Ziel.

Appel: Offen gesagt: Wir spielen als Tabellenzweiter jetzt um den Aufstieg mit. Aber: Wir möchten zwar gerne aufsteigen, Druck baut deswegen aber niemand auf. Wenn man aber eine sportliche Chance für das Team sieht, kann das durchaus eine positive Eigendynamik entwickeln.

Die Bayernliga ist also durchaus Thema.

Appel: In dieser Form ja. Außerdem wäre es auch gar nicht schlecht, wenn wir wieder ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Freising hätten.

Traditionell wird in der Winterpause auch die Frage nach der Zukunft des Trainers gestellt. Gibt es da schon etwas zu berichten?

Appel: Natürlich ist das Interesse unsererseits da. Wir wollen verlängern. Ich denke, dass es keine großen Überraschungen geben wird. Ziel ist es, der Mannschaft zum Trainingsauftakt am 19. Januar zu sagen, wie es weitergeht.

Anderes Thema: Im Schnitt kommen nur etwas mehr als 100 Zuschauer zu den Heimspielen. Resigniert man da nicht?

Schütz: Klar, das tut jedem weh. Sagen wir’s mal so: Es ist für den Verein nicht einfach, mehr Leute ins Stadion bringen. Dieses Phänomen sieht man bei vielen Stadtvereinen bis in die Bayernliga hinauf. Das Problem heutzutage ist, dass zu viel im Fernsehen geboten wird.

Appel: Wir haben es ja auch über die Anstoßzeiten probiert. Das ist schon ein regionales Problem. In Kirchanschöring haben sie über 300 Zuschauer. Aber von dort aus ist es auch etwas weiter nach München in die Arena als von uns aus. Was ich nicht verstehe, ist, dass zu unseren Freitagabend-Spielen nicht mehr Fußballer aus dem Landkreis kommen.

Schütz: Zumal unsere Mannschaft doch aus vielen Eigengewächsen besteht, und wir keinesfalls eine zusammengekaufte Truppe sind.

Mit Andreas Hohlenburger wurde aber erstmals seit Jahren ein Akteur aus einer unteren Liga gezielt verpflichtet. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Appel: Es gehört fast noch zu unserem Kerngeschäft, einen Spieler wie den Andi zu holen und weiter auszubilden. Außerdem kann man doch so einen Spieler nicht in der Kreisliga lassen.

Schütz: Ich finde aber, dass er fußballerisch noch drauflegen kann. Überzeugt bin ich allerdings, dass er in Zukunft für den SEF im Sturm noch sehr wertvoll sein wird.

Könnte es also ein Modell für die Zukunft werden, solche jungen Spieler aus der Region zu verpflichten?

Appel: Das ist immer die Frage, wie die Situation gerade ist. Wir hatten vor der Saison eine U19 mit nur sieben Spielern. Da waren nur wenige da, die nachrücken konnten. Der Fokus soll in den nächsten Jahren schon mehr auf den eigenen Spielern liegen. Wenn jedoch in Zukunft einer wie der Hohlo im Landkreis kickt, werden wir uns natürlich um ihn bemühen.

Schütz: Wir hatten vor der Saison ein deutliches Defizit in der Offensive, daher haben wir den Andreas geholt.

Appel: Doch so richtig zugekauft haben wir nie in den vergangenen Jahren. Was wir uns aber schon fragen müssen, ist, wieso uns der Andreas nicht schon als Jugendspieler aufgefallen ist, und wir ihn nicht schon bei den B-Junioren geholt haben.

Interview: Matthias Spanrad

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