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Krönt Konrad Höß sein Lebenswerk?

Pipinsried: Krönt Konrad Höß sein Lebenswerk?

FC Pipinsried - Die Spannung steigt von Tag zu Tag weit im Westen des Dachauer Hinterlands: Der Fußball-Landesligist FC Pipinsried steht vor einer schicksalhaften Frühjahrsrunde. Vereinsboss Konrad Höß könnte heuer sein Lebenswerk krönen.

Ein schneller Mann für die defensiven Außenbahnen: Michael Hutterer. Foto: kra

von Horst Kramer

Der Dorfclub hat im 45. Jahr des Bestehens allerbeste Chancen, in die Bayernliga aufzusteigen; sogar die Qualifikation für die Regionalliga erscheint im Bereich des Möglichen. Im Umfeld des Vereins gibt es durchaus einige, die von der neuen vierten Liga träumen. Klar, dass auch die sportliche Leitung und die Spieler den Ehrgeiz haben, Meister zu werden. Aber Höß muss seine Entscheidung schon im März treffen: Dann erwartet der BFV bindende Zusagen der Vereine.

Doch eigentlich hat der Präsident seinen Entschluss schon längst gefasst: „Die Regionalliga ist für uns überhaupt kein Thema“, bekräftigte er gegenüber unserer Zeitung noch einmal am Dienstag. „Der Aufwand ist für uns einfach nicht zu stemmen“, erklärte der gebürtige Pipinsrieder, „da würde es unser 350-Seelen-Dorf zerreißen.“

Conny Höß: Eine Legende in der Landesliga Süd

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Selbst für die neue zweigeteilte Bayernliga kann sich Höß noch nicht uneingeschränkt erwärmen. Der Siebzigjährige fürchtet die Belastung, die auf ihn zukommt: Zu frisch ist die Erinnerung an seine Beinahe-Todesstunde im vergangenen April. „Ich prüfe alle Optionen“, sagt Höß, „die Würfel fallen erst ganz am Schluss."

Auch ein Verbleib in der neuen fünfzügigen Landesliga wäre möglich. Pipinsried würde dann einer Art schwäbisch-westoberbayerischen BOL zugeordnet werden. Ob die wirklich attraktiv ist, bezweifelt man im Pipinsrieder Fanlager. Daher erscheinen die Beteuerungen des Vereinsgewaltigen, sich auch die Option Landesliga offen halten zu wollen, nicht wirklich glaubhaft, schließlich hat er gerade wieder ein paar Hochkaräter seinem Kader hinzugefügt: Sowohl Michael Hutterer (SpVgg Unterhaching) als auch Daniel Miethaner (BC Aichach) haben in den bisherigen Vorbereitungsspielen angedeutet, dass sie weitere Qualität in das hochklassige Ensemble bringen können. Auch der bisherige Bezirksliga-Spieler Hakan Karabudak (TSV 1865 Dachau) machte bis dato – zur Überraschung mancher Beobachter – eine ganz gute Figur.

Ärger ist wohl vorprogrammiert

Ärger ist jedoch wohl vorprogrammiert: Der Dorfclub geht mit einem rekordverdächtigen 27-köpfigen Kader in die letzten zwölf Spiele der Saison 2011/2012. Mit Christian Adrianowytsch, Markus Hanusch, Daniel Miethaner, Christian Weiser und auch Erkan Atilgan (eigentlich ein gelernter Linksverteidiger) stehen dem Trainergespann Jürgen Schäfer und Richard Walter fünf erstklassige Spezialisten allein für die Innenverteidigung zur Verfügung.

Testspielprogramm

Samstag, 18. Februar, 14 Uhr (Gersthofen)

TSV Gersthofen (Bayernliga) – FC Pipinsried

Samstag, 25. Februar, 12 Uhr (Sportpark Nymphenburg)

TSV Großhadern (Bezirksliga) – FC Pipinsried

Sonntag, 26. Februar, 12 Uhr (Gersthofen)

TSV Marktoberdorf (Bezirksoberliga) – FC Pipinsried

Für die zwei bis drei offensiven Mittelfeldpositionen kommen acht bis zehn Spieler in Frage. Und um die Position der ein bis zwei Spitzen bewerben sich bis zu sieben Kicker. Höß relativiert: „Hanusch ist schon wieder verletzt, Adrianowytsch konnte nur sieben Spiele bis zur Winterpause absolvieren, Weiser kommt erst im März aus St. Pauli zurück.“ Außerdem hätte ein halbes Dutzend Kicker nicht die nötige Klasse für die Landesliga. „Es wird die Kunst von Schäfer und Walter sein, die Truppe psychologisch und pädagogisch geschickt zu führen“, fordert Höß ganz einfach – und setzt hinzu: „Ich werde die Arbeit der Trainer mit Argusaugen überwachen.“
Ob solche Ankündigungen dem Betriebsfrieden gut tun, wird sich zeigen. Im Augenblick scheint es zu haken – so ist zumindest der Eindruck, den der Vereinsvorsitzende in den ersten Trainingswochen gewonnen hat. Doch Jürgen Schäfer lässt sich nicht beirren: „Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele interessieren mich eigentlich nicht“, meinte er am Sonntag nach dem 3:1-Sieg seiner Truppe gegen die A-Junioren des Bundesligisten FC Augsburg . Entscheidend sei das erste Punktspiel am Samstag, 3. März, in Kirchanschöring. Sein Boss denkt allerdings schon ein bisschen weiter: „Wir haben ein sehr schweres Auftaktprogramm mit Kirchanschöring, Schwabmünchen und dem Derby in Aichach. Wenn wir die drei Spiele vergeigen, stehen wir plötzlich nur noch auf Rang neun oder zehn.“ Man kann sich vorstellen, was dann im Dachauer Hinterland los ist.

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