Von Nick Scheder
Massive Schneefälle hatten den Kunstrasenplatz in Obergries komplett unter sich begraben. Die Schneefräse war überfordert bei der fast meterhohen Schicht. „Andere hätten aufgegeben“, sagt Trainer Sepp Kaltenhauser. Aber nicht die Gaißacher: Sie besorgten sich mehr Fräsen, einen Tieflader und beseitigten Tonnen von Schnee vom Spielfeld. Das ist etwas, was die SCG-Spieler auszeichnet: Kämpfen bis zum Umfallen.
Auf diese Weise sind sie vor der Pause aus der Abstiegszone geklettert. Stehen nach vier Siegen in den letzten sechs Spielen auf Rang neun. „Kein Grund, sich dort auszuruhen“, sagt Tom Haslinger, der sich genau wie Kaltenhauser überreden ließ, die Mannschaft den Rest der Saison zu betreuen.„Unser Herz hängt halt einfach am Gaißacher Fußball, es macht Spaß“, sagt Kaltenhauser. Beide haben zwar genug andere Baustellen, so dass die Zeit oft begrenzt ist. „Aber dafür sind wir ja zu zweit.“
Allerdings werden beide gebraucht. „Der Klassenerhalt ist noch keineswegs in trockenen Tüchern“, warnt Haslinger. „Es ist eine starke Bezirksliga.“ Trotzdem ist ihnen nicht bange. Der SCG setzt sich aus guten Spielern zusammen. „Uns macht stark, dass jeder Spieler seine Klasse hat“, sagt Haslinger. „Allerdings müssen sie sich das Selbstvertrauen zurückholen.“ Möglicherweise seien sie auch durch die Vielzahl taktischer Vorgaben des Vorgänger-Trainer-Strategen Stefan Schubert überfordert gewesen. „Teilweise waren sie unsicher, ob sie ihre Position verlassen sollten“, meint Haslinger. „Dann kommt der Gegner zum Schuss, obwohl wir Überzahl haben.“ So war es beispielsweise beim 0:3 gegen Berg vor der Winterpause. „Das muss besser werden, und es wird besser, wenn wir ihnen mehr Freiheiten geben.“
Die zweite Baustelle ist die Torgefahr
Die zweite Baustelle ist die Torgefahr. Zuletzt haben fast nur die Stürmer getroffen. Adi Floßmann sowie Philip Zehetmaier, als er wieder fit war – und sporadisch Verteidiger Hans Müller mit seinen gefürchteten Freistößen. Die Trainer sehen auch die Mittelfeldspieler in der Pflicht. „Die müssen mehr mitgehen, nicht nur absichern, wenn es gar nicht sein muss. Auch mal über die Seite kommen“, fordert Haslinger. Kaltenhauser ist sowieso ein bedingungsloser Offensiv-Verfechter. „Lieber ein 5:3- als ein 1:0-Sieg.“
Voraussetzung sei freilich eine gute Abwehr. Zuletzt hat ihr Thomas Pföderl als Innenverteidiger Stabilität verliehen. Doch sein Einsatz ist ungewiss. „Er hat die Platten aus seinem Fuß bekommen“, sagt Haslinger. Daraufhin bekam er eine Infektion. „Zumindest die Vorbereitung ist für ihn gelaufen.“ Auch sein Zwillingsbruder Michael ist nicht fit. Ihm macht seine operierte Hüfte zu schaffen. Für Ernst Größwang ist die ganze Saison gelaufen. Er ist sich sogar unsicher, ob er nach seinem zweiten Kreuzbandriss überhaupt weitermacht. „Das wäre sowas von schade, wenn er aufhört“, sagt Haslinger. „Wenn er wieder fit ist, macht er sich sicher Gedanken.“
Auch für die übrigen Gaißacher gilt es, an der körperlichen Fitness zu arbeiten. „Da hatten wir in einigen Spielen Probleme“, meint Haslinger. Und gleich im ersten Punktspiel am 17. März wird es ernst, wenn es gegen den Tabellenzweiten SV Planegg-Krailling geht. Die Trainer sehen das allerdings positiv: „Uns hätte nichts besseres passieren können“, meint Kaltenhauser. Eine Niederlage gegen den Favoriten sei zu verkraften. „Alles, was darüber hinausgeht, ist gut für uns und unser Selbstvertrauen.“
Vorbereitung
Samstag, 16 Februar
SC Gaißach – Lenggrieser SC 15.00
Dienstag, 19. Februar
SC Gaißach – Kreuth 19.30
Samstag, 23. Februar
SC Gaißach – Kohlgrub 15.00
Sonntag, 3. März
SC Gaißach – TSV Ottobrunn 14.30
SC Gaißach II – SV Waakirchen 16.30
Sonntag, 10. März
SC Gaißach – FC Miesbach 15.00
SC Gaißach II – ASV Habach 17.00




