von Andreas Mayr
Bad Kohlgrub – Sport, das ist immer seine große Leidenschaft gewesen. Waghalsig stürzte er sich im Bob unzählige Male in den Eiskanal, lief die 100 Meter in unter elf Sekunden und schlug gelbe Filzbälle übers Netz. Heute, im Alter von 56 Jahren, bleiben Franz Windirsch lediglich Erinnerungen aus seiner Zeit als Aktiver. Doch genau die sind es, die den Oberammergauer Gemeinderat bei seinem neuesten Unterfangen vorantreiben. Wie fast jeder Ammertaler Bub spielte auch Windirsch in seiner Jugend Fußball – beim SC Bad Kohlgrub. Diesem will er nun mit einem Förderverein finanziell unter die Arme greifen.
„Im Herzen bin ich nämlich ein Bad Kohlgruber geblieben“, sagt Windirsch. Es sind Worte, die seine Verbundenheit zum Heimatort offen legen. Erst im vergangenen Jahr entdeckte er diese Faible bei einem Heimspiel des FC wieder für sich. „Da wurde mir bewusst, was für eine Super-Arbeit Vorsitzender Herbert Schauer und Trainer Sepp Geipl leisten, und dass ich die unterstützen muss“, sagt der Verkaufsleiter einer Druckerei. Seine Idee: Die Gründung eines Fördervereins, der sich primär über Sponsorengelder und Mitgliedsbeiträge finanziert, um den Fußballclub und dessen Nachwuchs voran zu bringen. „Ich will die Kinder vom PC wegholen“, erklärt er.
Damit sein Vorschlag kein Luftschloss bleibt, hat sich Windirsch tatkräftige Unterstützung ins Boot geholt. Neben den zwei Ex-Kickern Christian Hager und Bajram Qosa helfen Dina Scherr-Mair und Manuela Schauer vom FC Bad Kohlgrub-Ammertal bei der Umsetzung von Windirschs’ Drei-Punkte-Plan. Überraschend sagte zudem Bezirksjugendleiter Peter Papistock zu. „Auch wenn wir im Gemeinderat ab und an nicht so gut miteinander können, haben wir uns super arrangiert“, betont der Initiator. Komplettiert wird das Vorstands-Team von Fotograf Christian Kolb, auf den eine besondere Aufgabe zukommt.
Zur Einweihung des neuen Vereinheims plant der Verein ein großes Eventmagazin, für das Kolb die Motive liefert. Außerdem beinhaltet das Konzept die Gestaltung einer Internetseite, um den Sponsoren eine (Werbe-)Plattform zu geben. „Da habe ich bereits einige an Land gezogen“, versichert der 57-Jährige. Der dritte und letzte Teil des Plans regelt die Organisation der Mitgliederstruktur. Denn Mitglied ist nicht gleich Mitglied für Windirsch. „Es wird Mitglieds-Plaketten in Gold, Silber und Bronze geben, die natürlich unterschiedlich viel kosten.“ Wann die Mitgliedsanträge verfügbar sein werden, steht noch nicht fest – im Gegensatz zum Termin beim Notar. Dort wird dann der offizielle Startschuss für das Förderprojekt fallen, sobald Windirsch aus seinem einwöchigen Urlaub zurückkehrt.
Im Vorfeld sicherte er jedenfalls den Fußballern zu, dass alle Einnahmen zu 100 Prozent an den FC gehen, womit die Weichen für eine sportlich erfolgreiche Zukunft gestellt sein sollten. Mittelfristig hält der Verkaufsleiter sogar den Sprung in die Bezirksliga mit dem talentierten Bad Kohlgruber Kader für realistisch. „In zwei bis drei Jahren wird der Erfolg des Fördervereins sichtbar sein – auf jeden Fall erwarten wir uns das.“




