von Stefan Reich
Effekthascherei gehört eigentlich nicht zu Werner Strobls vorstechenden Angewohnheiten. Doch die Verkündung dieser Nachricht zelebrierte er genüsslich. Großartige Neuigkeiten hätte er nicht, leitete der Fußball-Abteilungsleiter der DJK Pasing die Bekanntgabe der Winterzugänge ein. Da gebe es lediglich den in Pasing gänzlich unbekannten Maximilian Bux, der zum Studium nach München gekommen sei. Zudem könne man noch Vito Amendolara begrüßen, der zuletzt sieben Jahre im Nachbarstadtteil für den SV Laim gespielt hatte. Dann aber entfuhr Strobl, der immer noch um einen beiläufigen Tonfall bemüht war, ein kurzes Lachen. Eines wie es dem Erzähler eines guten Witzes kurz vor der Pointe gelegentlich auskommt. Und als Pointe lässt sich die Rückkehr des 29-jährigen Sven Paul durchaus verstehen.
„Er ist eben doch ein alter Pasinger und fühlt sich hier am wohlsten“, sagte Strobl vorauseilend, sofort nachdem die Personalie verkündet war. Er wusste, dass sich jetzt Fragen aufdrängten. Paul war mit der DJK in die Kreisliga aufgestiegen und blieb dem Verein danach treu, obwohl er auch höherklassig hätte spielen können. Sechs Jahre später, als die DJK endlich in die Bezirksliga einzog, war Paul immer noch da. Erst vor eineinhalb Jahren verließ er den Verein , als es ihn aus privaten Gründen nach Baden-Württemberg verschlug.
Abschied vollzog sich allerdings nicht ohne Nebengeräusche
Der Abschied damals vollzog sich allerdings nicht ohne Nebengeräusche. Paul, der zumindest punktuell noch zur Verfügung stehen wollte, fühlte sich irgendwann über seinen Kopf hinweg aussortiert. 2012 kehrte Paul dann nach München zurück und schloss sich im Sommer dem TSV Gräfelfing an. Dort kam er aber nie richtig an. Der Beruf lasse ihm kaum Zeit zum Trainieren, hieß es. Schon im November hatte Paul erstmals um seine Freigabe gebeten. In der Winterpause habe er sich seine Papiere abgeholt, berichtete kürzlich Gräfelfings Trainer Frank Weber.
Da war sich Paul aber schon einig mit Pasing, hatte offenbar schon die ersten Trainingseinheiten absolviert. Derzeit sei er regelmäßig im Training, sagte Strobl. Vorschusslorbeeren bekomme Paul aber trotz seiner Verdienste nicht. „Er war jetzt eineinhalb Jahre weg. Da muss er sich natürlich erst wieder beweisen“, so Strobl. Tatsächlich dürften auf Paul, der im ersten Testspiel verletzt fehlte (siehe Bericht links) aber große Hoffnungen ruhen. In der Saison 2008/2009 war er mit 37 Treffern Torschützenkönig in der Kreisliga und hatte ein Jahr später mit 15 Treffern, zwei davon im entscheidenden letzten Spiel, großen Anteil am Bezirksligaaufstieg. Jetzt soll er mithelfen, die Pasinger dort zu halten, wo er sie einst hingeführt hatte.




