Ins Profigeschäft schnupperte der Münchner mit einer texanischen Mutter nur in den USA bei Dallas Burns kurz hinein – als 21-Jähriger. 2007, mit nur 25 Jahren, ließ Urbas, der beim FC Bayern und beim TSV 1860 an der Seite von Benny Lauth ausgebildet wurde, den Fußball links liegen. Jetzt gab er als 29-Jähriger in der Landesliga Süd sein Comeback für den SV Pullach.
-Sind Sie zufrieden mit dem ersten Punktspieleinsatz?
Es ist ja vier, fünf Jahre her, dass ich Fußball gespielt habe. Körperlich und in der Taktik habe ich noch Defizite, das muss ich von Spiel zu Spiel verbessern. Eine Chance hatte ich auch, früher hätte ich das Ding reingemacht.
-Warum haben Sie eigentlich so jung aufgehört?
Ich konnte das Profigeschäft einfach nicht mehr sehen, wenn du nie die Chance hast zu spielen. Speziell bei Haching war es ganz schwer. Und dann musst du jeden Tag mit einem Lächeln ins Training gehen, denn du musst dich ja wie ein Profi verhalten. Aber in Wirklichkeit gehst du zähneknirschend hin. Das wollte ich nicht mehr. Außerdem hatte ich am Ende noch eine Bänderverletzung, nachdem mich der Thomas Sobotzik im Training umgehauen hat. Und dann kam Werner Lorant, das war eine Katastrophe, der kannte die Hälfte der Spieler nicht.
-Warum spielen Sie jetzt ausgerechnet in Pullach?
Der Theo (Liedl, der SVP-Manager – d.Red.) hat mich damals gleich nach der Hachinger Zeit angerufen, aber ich wollte einfach nicht mehr. Später hat Volkan Cukur (Pullacher Mitspieler) noch in mich reingebenzt. Und in letzter Zeit hat der Theo wieder mehrmals angerufen. Am 28. oder 29. Dezember hab ich dann zugesagt. Dann bin ich vier Wochen lang jeden Tag gelaufen, um zum Vorbereitungsstart fit zu sein.
-Und, hat es sich gelohnt?
Es zwickt schon überall, ich hatte zum Beispiel Probleme mit dem Knie. Es ist natürlich die Frage, ob ich wieder der Alte werde. Bei einer Verletzung heißt es ja: So lange die Verletzung dauert, so lange dauert es danach im Training, bis einer wieder in der alten Form ist. Gut, vier Jahre werde ich hoffentlich nicht brauchen, aber ich bin nicht mehr der Schnellste. Doch mit meiner Erfahrung kann ich der Mannschaft bestimmt helfen.
-Was sagen Sie über Ihr neues Team?
Es ist eine eingespielte Mannschaft, technisch stark, körperlich fit. Eine Super-Truppe, da passt alles, auch unser Trainer Carsten Teschke. Er und Theo und auch unser Co-Trainer Oliver Sölch, den ich noch aus meiner Zeit bei der Sechziger-Jugend kenne, das ist ein Super-Stab, wirklich perfekt. Das ist mit ein Grund, warum ich hier wieder angefangen habe.
-Platz acht und damit die direkte Qualifikation für die Bayernliga Süd sind also drin?
Alles andere wäre ein Unding, bei dem was wir draufhaben.
-Hat es Spaß gemacht, wieder zu kicken?
Klar hat es Spaß gemacht, obwohl ich gerne ein Tor gemacht hätte. Ich habe das Mannschaftliche in diesen Jahren schon vermisst, dass man zusammen was erreichen kann. Irgendwie ist es schon schade, dass ich so früh aufgehört habe.
-Haben Sie denn Ambitionen, noch einmal höherklassig anzugreifen?
Nein, das auf gar keinen Fall.
Das Gespräch führte Umberto Savignano.











