von Christoph Kammerlander
Kristian, seit Du denken kannst, trägst Du das Trikot der Seelöwen, Du bist seit Kindesbeinen an bei der FT und hast viele Höhen und Tiefen mitgemacht. Erlebst Du aktuell Dein schwierigstes Jahr in Starnberg?
Knapić: Es gab sicherlich einige Talfahrten während meiner bisherigen Laufbahn bei der FT Starnberg, allerdings denke ich, dass man die laufende Saison durchaus als die schwierigste Zeit bezeichnen kann. Dies liegt nicht zuletzt an der unbefriedigenden sportlichen Situation als Tabellenletzter der Landesliga Südost.
Ich hoffe sehr, dass wir in naher Zukunft wieder bessere Leistungen abrufen und mehr Erfolge feiern können. Das ist auf jeden Fall wesentlich angenehmer, als mit dem Rücken zur Wand im Abstiegskampf zu stecken, aber auch das gehört natürlich zum Fußball dazu.
Wer war in Deiner bisherigen Lafbahn als Kicker Dein größter Förderer?
Das ist schwer zu sagen. Die Jugendabteilung der FT 09 ist für ihre gute Ausbildung und Talentförderung bekannt und bei jedem Trainer und Betreuer konnte man wichtige Lektionen lernen, die einen geprägt und weitergebracht haben.
Allerdings denke ich, dass Andreas Brunner für mich persönlich sehr wichtige Weichen gestellt hat, als er mich mit 17 Jahren in der Ersten Mannschaft eingesetzt hat und mir somit damals ermöglicht hat, frühzeitig Herrenfußball-Luft zu schnuppern. Damals war der Altersdurchschnitt in Starnberg deutlich, als höher als in den vergangenen drei bis vier Jahren und es war für mich natürlich etwas Besonderes, in so jungen Jahren mit erfahrenen Spielern wie beispielsweise Holger Schmidtke auf dem Platz stehen zu dürfen.
Lässt sich also sagen, dass Du unter Fußballehrer Brunner Deine schönste und erfolgreichste Zeit in Starnberg hattest?
Knapić: Diese Zeit gehörte mit Sicherheit für mich persönlich zu den schönsten und erfolgreichsten meiner bisherigen Fußballerlaufbahn. Allerdings stand – wie es im Fußball so ist – der Erfolg der gesamten Mannschaft stets im Vordergrund und glücklicherweise gab es eine Vielzahl von Spielzeiten, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind. Insgesamt gab es sehr viele schöne Momente bei den Seelöwen, von der Jugend bis hin zum Herrenbereich.
Wenn Du zurückdenkst, welche Ereignisse schießen Dir dann als erstes durch den Kopf?
Knapić: Dazu gehört definitiv die Meisterschaft in der Bezirksoberliga bzw. der Aufstieg in die Bayernliga mit der Starnberger B-Jugend im Jahr 2005. Sicherlich war auch der Aufstieg in die Landesliga, auch wenn er nur durch die Ligenreform bedingt war, ein unvergessliches Highlight. Zumal die Umstände - das darf man nicht vergessen - damals alles andere als einfach gewesen sind. Es gab wirklich viele denkwürdiger Ereignisse und Geschehnisse – auch außerhalb des Sportplatzes.
Zurück in die Gegenwart: Erst in diesem Winter wurde gemutmaßt, dass Du Angebote von anderen Vereinen auf dem Tisch hattest. Was hat Dich in den letzten Jahren - wie auch jetzt - immer wieder dazu bewegt, der FT treu zu bleiben?
Knapić: Dabei spielen eine Menge Faktoren eine Rolle. In erster Linie liegt das an der Mannschaft, vor allem natürlich an dem harten Kern, welcher seit mehreren Jahren zum Team gehört. Es macht einfach Spaß in der Truppe zu spielen, selbst in schweren Zeiten haben wir stets zusammengehalten. Der Verein ist im Laufe der Zeit einfach auch eine Herzensangelegenheit geworden. Hinzu kommt, dass ich meinen Fokus auf mein Studium gelegt habe und dies nur schwer mit anderen Vereinen zu verbinden war. Ich wohne derzeit noch in Starnberg und die Nähe zum Sportplatz ist für mich ein riesiger Vorteil.
Du hast bereits einige Trainerwechsel erlebt. Haben Dich die letzten zwölf Monate am meisten mitgenommen?
Knapić: Wir mussten in diesem Zeitraum wirklich außergewöhnliche Umstände miterleben und es war alles andere als leicht, sich Woche für Woche nur auf das Fußballspielen zu konzentrieren. Die Fluktuation – auch jene im Spielerkader – war in der Vergangenheit auf jeden Fall deutlich zu hoch. Ich hoffe wirklich sehr, dass sich das künftig ändert. Der Spaßfaktor war innerhalb dieser zwölf Monate nicht immer gegeben, es war ein ständiges auf und ab, das mich auch privat zum Teil sehr mitgenommen und belastet hat.
Rückblickend betrachtet kann ich die Entscheidungen der Trainer jedenfalls verstehen. Allerdings sind wir meiner Einschätzung nach jetzt wieder auf einem guten Wegm vor allem was die Struktur im Verein und die Kontinuität angeht. Schließlich hatten wir die letzten beiden Jahre quasi keinerlei sportliche Führung im Verein. Nun muss jedoch auch die sportliche Lage wieder in die richtige Bahn gelenkt werden.
Wenn Du einen kleinen Ausblick wagst: Wo steht die 1. Mannschaft der FT am Saisonende? Denskt Du, der Klassenerhalt ist noch realistisch?
Knapić: Objektiv betrachtet scheint unsere derzeitige Lage relativ aussichtslos zu sein. Wir sind mit deutlichem Abstand Tabellenletzter und es verbleiben nur noch wenige Spiele. Dennoch glaube ich, dass wir den Klassenerhalt mit genügend Arbeit, der richtigen Einstellung und einem kleinen Quäntchen Glück noch packen können. Alles ist möglich, es wäre nicht das erste „Wunder“ in der Fußballgeschichte.
Welche persönlichen Ziele hast Du Dir für die Rückrunde gesteckt?
Knapić: Das primäre sportliche Ziel ist auf jeden Fall der Klassenerhalt. Ich persönlich hoffe natürlich, meinen Teil dazu beitragen zu können: Ich werde versuchen, meine Leistungen zu verbessern und die Mannschaft als Kapitän voranzutreiben. Eventuell gelingt es der Zweiten Mannschaft, oben mitzuspielen, das würde mich auch sehr freuen. Langfristig gesehen wünsche ich mir, dass die FT Starnberg 09 wieder zu alter Form zurückgelangt, damit es wieder neue positive Erlebnisse gibt, an die man sich gerne zurückerinnert.




